Archiv der Kategorie: Bücher

Durst ist schlimmer als Heimweh.

 

Durst ist schlimmer als Heimweh von Lucy Fricke
192Seiten, Gegenwartsliteratur
erschienen am 01. September 2007 (1. Auflage)

 

Klappentext: »Eine wirkliche Entdeckung«, so urteilte die »Frankfurter Allgemeine Zeitung« über die Open-Mike-Gewinnerin 2005, die jetzt mit ihrem Roman »Durst ist schlimmer als Heimweh« die radikale Geschichte einer 16-jährigen Frau vorlegt – präzise, temporeich, schonungslos.

Ihre Jugend war hier zu Ende, und Judith wäre jetzt gerne allein gewesen. Denn schon das Wort »Gruppenabend« hatte Panik in ihr ausgelöst. Judith verabscheute Gruppen, Gruppenspiele, Gruppensport, das Wort Grup­pe klang für sie nach dem Befund einer tödlichen Krankheit: Es tut mir leid, aber Sie haben Gruppe. Wie konnte ausgerechnet sie in einer betreuten Wohngemeinschaft landen? Ohne Drogen, ohne Waffen, dafür an jeder Ecke etwas, das sie Hilfe nannten. Lieber wäre sie in einem geklauten Benz gegen die Wand gerast oder seelenruhig und vollgestopft mit Tabletten und Wodka im Comer See ertrunken. All das hätte ein Ende mit Stil sein können. Präzise und rasant erzählt Lucy Fricke in ihrem ersten Roman die Geschichte vom Ende einer desaströsen Jugend.

Mein Eindruck: Bücher, die einem sowieso nur zeigen, was im Leben alles schief gehen kann, sind für viele nicht das Richtige.
Ich persönlich lese sie ja gerne und dieses hier hat mich umgehauen.

Lucy Fricke erzählt von einem jungen Mädchen, das versucht von ganz unten wieder nach oben zu kommen, oder zumindest zurück an die Startlinie.
Ihre Protagonistin Judith will eigentlich nur vergessen können. Dass Alkohol und Drogen ihr dabei nicht helfen, ist ihr vielleicht egal oder es ist ihr nicht bewusst.
Judith läuft vor ihrem Zuhause, ihrem gewalttätigen Stiefvater und ihrer wehrlosen Mutter davon und landet schließlich in einem betreuten Wohnheim für Jugendliche, denen es ähnlich geht.
Fricke erzählt von Missbrauch, Alkohol, Drogen und Wut und das so locker leicht, als würde sie es sich gerade aus dem Ärmel schütteln.

Mich hat dieses Buch sehr bewegt und ich bin froh, dass ich es gelesen habe, weil man vor Autoren wie Lucy Fricke nur den Hut ziehen kann, sofern man denn einen hat.

Presse: »Die 16-jährige Judith ist in einer betreuten Wohngruppe für Jugendliche gestrandet. Mit Drogen, Wutausbrüchen und Selbstverstümmelung kämpft sie gegen ihre Kindheitserinnerungen: jahrelanger Missbrauch durch den gewalttätigen Stiefvater; eine Mutter, die ausschließlich mit sich selbst, mit Alkohol und der Abwehr von Schlägen beschäftigt war. Als Hoffungslose unter Hoffnungslosen torkelt sie durch Therapiesitzungen, tarnt Selbstbestrafungsjobs bei McDonalds und Otto-Versand als Perspektivsuche und versteht nichts weniger als die erste Verliebtheit. Mit ihrem grandiosen Debütroman befreit Lucy Fricke dringliche Themen aus der Pathosfalle. In ›Durst ist schlimmer als Heimweh‹ zeichnet sie ein sensibles und respektvolles Psychogramm, das mit harter und präziser Sprache das Nötige sagt und in der Auslassung das Unaussprechliche fühlbar macht. Behauptet eigentlich immer noch jemand, die Absolventen des Leipziger Literaturinstituts würden nur über Mittelschichtskoksnasen schreiben oder mit selbstmitleidiger Nabelschau langweilen?« Kulturnews 11/2007

Quellen: Cover, Klappentext und Presse bei Piper Belletristik

 

 

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Sturmhöhe von Emily Bronte.

Sturmhöhe von Emily Bronte
398 Seiten, Liebesroman, Tragödie

Klappentext: >>Die Rücksichtslosesten Leidenschaften.<< Süddeutsche Zeitung

Schon als Kind waren sie unzertrennlich:   Catherine von der Sturmhöhe und ihr Stiefbruder Heathcliff. Doch als Catherine einen anderen heiratet, verfolgt Heathcliff sie und ihre Familie mit seinem Hass bis in den Tod. Ein Roman um leidenschaftliche Liebe und alles zerstörende Rache.

>>Mann kann dieses Buch schrecklich finden, furchtbar, irrlichternd und pedantisch destruktiv, erbarmungslos. Aber vergessen kann man es nicht. << Die Zeit

Inhalt: Der alte Mr. Earnshaw hat aus den Elensquartieren von Liverpool einen kleinen Jungen auf seinen sturmumtosten Hof in Yorkshire mitgebracht. Seine Tochter Catherine empfindet für den schroffen und aufbrausenden Heathcilff, wie man ihn nennt, von Anfang an große Sympathie und Zuneigung, denn auch sie ist von schwierigem, leidenschaftlichem Temperament. Ihr Bruder Hindley begegnet dem Jungen mit eifersüchtigem Hass. Als Catherine im heiratsfähigen Alter jedoch einen anderen ihm vorzieht, verfolgt Heathcliff sie und alle, die ihr lieb und teuer sind, mit erbitterter und alles zerstörender Rache.

Autorin: Emily Brontë war nur ein kurzes Leben beschieden. 1818 in Thornton geboren, verstarb die zweite der berühmten Bronte-Sisters 1848 an Tuberkulose. Neben bedeutenden Gedichten hat sie den Roman ‘Sturmhöhe’ hinterlassen – ihr Meisterwerk.

Bewertung: Schwere Lektüre war es auf jeden Fall. Auf der Zunge und im Magen. Und was „Die Zeit“ da geschrieben hat, trifft absolut zu. Man kann dieses Buch hassen oder lieben, ein Dazwischen gibt es nicht.
Ich persönlich gehöre zu letzterem. Und ich denke jeder, der nur halb so viel Begeisterung für Romane aus dem 18./19. Jahrhundert aufbringt wie ich, wird das auch.
Die Liebesgeschichte zwischen Catherine und Heathcliff ist herzzerreißend. Und auch, wenn Catherine teilweise ein Biest ist – nicht nur Heathcliff gegenüber – schließt man doch alle Charaktere schnell ins Herz.
Was mich ein bisschen genervt hat, war dieser Dialekt, in dem Josef – ein Dienstbote – immer redet. Ich musste stellenweise wirklich überlegen, was das jetzt genau zu bedeuten hat.

Kleines Beispiel, damit ihr wisst, was gemeint ist:

>>Wie kennt ‘r doch nur so faul da rumstehen, wo die annern all fort sin! Aber ‘n Tunichgut seid ‘r – un rede nutzt nit, bessern tut ‘r Eich nit, aber zum Satan geht ‘r, grad wie Eire Mutter z’vor.<< S. 20

Da wird man doch verrückt, oder?

Fazit: Wenn einen das Thema nicht hundertprozentig interessiert, würde ich davon abraten, allen anderen wünsche ich ein schönes Lesen. (;

 

Ja, ich muss ein bisschen nachholen, weil ich solange nichts gepostet habe. :p
Also stellt euch in den nächsten Tagen auf ein paar Rezensionen ein. (:

Ich habe Freunde mitgebracht.

(Bild.)

Ich habe Freunde mitgebracht von Lucy Fricke
189 Seiten, Zeitgenössische Literatur
erschienen am 17. September 2010 (1. Auflage)
Deutsch

Klappentext: Was tun, wenn’s nicht mehr brennt? Wenn Träume, Socken, Ziele und Liebhaber durcheinandergeraten, Erschöpfung die Wut ablöst und einem die Ausreden langsam ausgehen?

In einer Krise gibt es nichts Besseres als Freunde, denen es richtig mies geht. Dies ist ihre Geschichte.

<Fricke reißen mit dem Schaufelbagger tiefe Löcher in den Stadtasphalt und sind einfach nur begeisterungswürdig. Große Literatur zum Anschnallen.>> WDR

Inhalt: Henning liebt Martha, seit fast zehn Jahren schon. Wenn sie im Radio von Terroranschlägen und Bankenpleiten berichtet, hat ihn das noch immer beruhigt. Auch an ihre jährlichen Fluchten hat er sich gewöhnt. Doch dann wird Martha schwanger, und damit soll, muss alles anders werden. Plötzlich muss Struktur ins Leben, muss das Geld behalten werden und vorher auch noch verdient, man müsste, denkt Henning, eine Lebensversicherung abschließen, ein Haus kaufen, ein Bett, einen Kinderwagen, man müsste – mal wieder mit Jon einen trinken gehen.

Jon ist Schauspieler, und er fürchtet Betty. So brutal, wie sie schweigen kann, wird er sich niemals prügeln können. Während Jon sich in der Rolle eines deutschen Dichters auf seinen Durchbruch vorbereitet, verliert Betty auf einem anderen Filmset die Beherrschung, ihren Job und ihren nicht mehr ganz so jungen Liebhaber. <>, hört sie, <> Genau so sagt es der Arzt, und Betty sieht ihn an, denkt, dass der von schlechten Eltern überhaupt keine Ahnung hat und seit wann die Ärzte eigentlich jünger sind als man selbst.

Keinesfalls absichtlich finden sich die vier im selben Fluchtauto wieder und eine kurze Strecke wird zur großen Fahrt.

Bewertung: Lucy Frickes Buch war Balsam für meine Seele. Sie zeigt hier, dass sie etwas von dem versteht, was sie da eigentlich tut. Sie schreibt so herzzerreißend wunderbar, dass einem dieses Buch gar nicht so recht wie ein Buch vorkommt. Eher wie eine schöne Melodie, die man immer und immer wieder hören kann.

<<Ja, er wusste schon, seit Jahren wusste er schon, Martha musste raus, und an diesem Satz blieb er hängen, jetzt, da sie offensichtlich den Zug zurück nicht genommen hatte, verpasst war ausgeschlossen, sie verpasste nie irgendetwas, erreichte alles immer in letzter Sekunde. Das führte dazu, dass sie ständig am Herumrennen war, selbst wenn sie saß. Martha kam nirgends an, auf jeden Fall nicht bei ihm, er war allenfalls die Station, an der sie sich ausruhte.>> S. 13

<<Herr M. hatte geredet und geredet und Betty das Handy durch das Fenster geworfen. Hauchdünnes Glas, im Winter fuhr der Wind durch die Rahmen, alles porös, alles defekt, Altbau mit Charme hatte damals in der Anzeige gestanden.>> S. 15

<<Aber die Kirchen, hieß es, schau dir die Kirchen an. Schlangen vor den Beichtstühlen, wie zu Hause am Ersten vor den Geldautomaten. Diskretionsabstand.>> S. 17

>Ich habe Freunde mitgebracht< ist erschreckend ehrlich und ein wenig, wie der Spiegel, den man vor die Nase gehalten bekommt. Schließlich kommen wir doch alle früher oder später in die Situation, in der uns die Flucht als die beste Möglichkeit erscheint.

Fazit: Tja, man kann es sich wohl schon denken. Ich bin hellauf begeistert von Lucy Frickes Werk. Es war nichts, was man in einem Rutsch verschlingt, weil es so spannend ist, dafür kann man es aber in kleinen Häppchen genießen.

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Verblendung.

(Bild.)

Verblendung von Stieg Larsson
704 Seiten, Roman
erschienen am 1. Mai 2007 (36. Auflage)
aus dem Schwedischen von Wibke Kuhn
Originaltitel: „Män som hatar kvinnor“

Klappentext: >>Beißende Gesellschaftskritik, unerhörte Spannung – ein gewaltiges Werk. << Focus

Was geschah mit Harriet Vanger? Während eines Familientreffens spurlos verschwunden, bleibt ihr Schicksal jahrzehntelang ungeklärt. Bis der Journalist Mikael Blomkvist und die Ermittlerin Lisbeth Salander recherchieren. Was sie zu Tage fördern, lässt alle Beteiligten wünschen, sie hätten sich nie mit diesem Fall beschäftigt.

>>So spannend, dass Sie nicht mehr aus dem Liegestuhl hochkommen. << Frankfurter Neue Presse

Inhalt: An seinem 82. Geburtstag erhält der einflussreiche Industrielle Henrik Vanger per Post anonym ein Geschenk. Das Paket enthält eine gepresste Blüte hinter Glas, genau wie in den 43 Jahren zuvor. Vangers Lieblingsnichte Harriet hatte ihm 1958 zum ersten Mal dieses Geschenk gemacht, doch dann verschwand sie spurlos. Ihr Leichnam wurde nie gefunden.
In einer letzten Anstrengung beschließt Vanger herauszufinden, was dem geliebten Mädchen tatsächlich zustieß. Er engagiert den Journalisten Mikael Blomkvist, der, getarnt als Biograf, bald auf erste Spuren stößt. Unterstützt wird er von der jungen Ermittlerin Lisbeth Salander, einem virtuosen Computergenie mit messerscharfem Verstand. Je tiefer Blomkvist und Salander in der Vangerschen Familiengeschichte graben, desto grauenvoller sind die Enthüllungen.

>>Brillante Unterhaltung für anspruchsvolle Krimifans.<< Münchner Merkur
>>Stieg Larsson verquickt raffiniert die Erzählstränge, dass man der Auflösung förmlich entgegenfiebert.<< TV Spielfilm
>>Einer der spannendsten Skandinavien-Krimis, der derzeit auf dem Markt sind.<< Westfalenpost

Bewertung: Dieses Buch hält, was es verspricht. Ich war begeistert und entsetzt zugleich, als ich es aus der Hand legte, was mir etwa ab der Hälfte gar nicht mehr gelang.
Zwischendurch musste ich allerdings mal für ein paar Sekunden durchatmen, weil es an manchen Stellen wirklich sehr schlimm zugeht.

Eigentlich bin ich ja nicht so der Fan von Krimis, weil sie meiner Meinung nach oft enttäuschend sind. Bei diesem Buch war das nicht der Fall.
Am Anfang war es etwas langatmig, bis endlich alles erzählt wurde und Mikael den Anruf von Henrik Vangers Anwalt bekam, hatte ich bereits 87 Seiten hinter mir.
Danach war ich relativ schnell im Buch drin. Ich habe selbst spekuliert, wollte wissen, was mit Harriet geschehen ist und erschüttert, als ich es rausfand. Im Laufe des Buches hatte ich viele Verdächtige, allerdings war ich überrascht, als sich dann herausstellte, wer es wirklich gewesen ist. Eigentlich, genau so, wie es sein soll.

Zum Stil: Es war angenehm zu lesen, flüssig, anschaulich und wie gesagt: spannend.
Mir hat auch gefallen, dass die Kapitel in Tage gegliedert waren.
So stand zum Beispiel am Anfang eines Kapitels:

6. Kapitel
Donnerstag, 26. Dezember

Die Charaktere haben mir wirklich gefallen. Besonders Lisbeth Salander, das seltsame Mädchen, das bei einer Security-Firma arbeitet, ein merkwürdiges Verhältnis zu ihrem Chef hat und sonst wenig mit Menschen zu tun hat, außer ihrem Vormund, der nun gestorben ist.
Sie ist eben nicht wie die meisten Frauen. Ihr Aussehen ist eher maskulin, sie ist sehr verschlossen und lässt eigentlich niemanden an sich ran.
Und um an ihre Informationen zu kommen, die sie für ihren Job braucht, hat sie auch ihre eigenen Methoden, die später noch sehr hilfreich sind.

Ich kann nicht sagen, was besser war: Buch oder Film, da ich den Film nicht gesehen habe.
Ich hatte es meiner Schwester versprochen…
Allerdings kann ich mir vorstellen, dass einige Szenen im Film etwas schlimmer gewesen sind. Eigentlich sagt man ja immer, dass die Bücher mehr beschrieben sind und man viel mehr Einzelheiten erfährt, aber ich denke, man darf Ton und Bild eines Films nicht unterschätzen. Was Musik allein schon alles ausmachen kann.

Fazit: >Verblendung< ist nichts für schwache Nerven, das ist schon mal klar, und eigentlich auch kein Jugendbuch. Ansonsten würde ich es jederzeit weiterempfehlen, da es wirklich packend und faszinierend ist, von der 87. Seite bis zum Ende. :d

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Die Wahrheit über Alice.

(Bild.)

Die Wahrheit über Alice von Rebecca James
320 Seiten, Roman
erschienen am 22. Oktober 2010 (1. Auflage)
aus dem Englischen von Ulrike Wasel und Klaus Timmermann
Originaltitel: „Beautiful Malice“

Klappentext: Ein dunkles Geheimnis. Ein zerstörtes leben. Eine neue Freundin, die dir hilft zu vergessen. Aber was, wenn sie nicht ist, was sie zu sein scheint?

Inhalt: Als Alice sie zu ihrer Geburtstagsparty einlädt, ist Katherine mehr als überrascht. Die schöne, strahlende Alice, das beliebteste Mädchen der Schule, will mit ihr feiern? Dabei ist Katherine eine Einzelgängerin, die sich von allen fern hält, damit keiner ihr Geheimnis erfährt: Niemand soll wissen, was mit Rachel, ihrer kleinen, talentierten Schwester, passiert ist. Vor Katherines Augen, die nichts tun konnte, um ihr zu helfen. Katherine erlebt die Party wie im Rausch, Alice weicht nicht mehr von ihrer Seite. Doch nach und nach wird Alice immer merkwürdiger. Selbstsüchtiger. Grausamer. Bald entdeckt Katherine, dass ihre neue Freundin nach eigenen Regeln spielt…

Bewertung: Von selbst hätte ich dieses Buch vielleicht nie gefunden. Bei lovelybooks.de fand ich es, als 25 Testleser gesucht wurden. Spontan habe ich mich dazu entschlossen, es mal zu versuchen und hatte irgendwie gar nicht damit gerechnet, dann durch Zufall ausgewählt zu werden.
Jedenfalls muss ich sagen: Ich bin froh, dass ich mitgemacht habe, weil ich dieses Buch toll fand. Manchmal bin ich ganz schnell zu beeindrucken, manchmal bin ich wirklich kritisch gegenüber Büchern.
Aber dieses hier habe ich relativ schnell gelesen und am Ende mochte ich es auch gar nicht aus der Hand legen.
Zuerst plätschert alles etwas vor sich hin, man denkt sich „Mensch, diese Alice ist doch gar nicht so schlimm!“ Aber ich habe dann ganz schnell meine Meinung geändert, als sie immer gemeiner wurde. Und zum Schluss sogar richtig bösartig, ja, das ist vielleicht das richtige Wort. Ich empfand nach und nach eine immer größere Abneigung ihr gegenüber.
Nicht nur, was sie Katherine teilweise antat, sondern auch anderen.

Zum Stil: Ich fand ihren Schreibstil sehr angenehm zu lesen, es hat Spaß gemacht, so wie es sein soll. Ich mochte besonders, dass sie verschiedene Zeitebenen eingebaut hat.
Und zwar drei Stück: Katherines Vergangenheit (ihr Geheimnis), die Gegenwart mit Alice und Robbie und Philippa und allem drum und dran und die Gegenwart als ältere Katherine mit Kind.
Was mich anfangs etwas gestört hat, war, dass andauernd auf diese Tragödie hingewiesen wurde. Alle paar Seiten stand so etwas wie „Damals, davor, …“ oder „ >>Früher haben wir oft über Musik geredet.<< Das heißt davor…“ Aber das verflog schnell, es kam im Laufe der Geschichte nicht mehr so oft vor und je tiefer ich hinein tauchte, fand ich es auch nicht mehr störend, dass es anfangs so häufig war.

Und zum Cover würde ich auch gerne noch etwas sagen. Und zwar finde ich das nicht so ansprechend. Ich finde das mit den Rosenblättern und der geprägten, geschwungenen Schrift sehr schön, aber die Frau da unten nervt mich irgendwie. So habe ich mir Alice gar nicht vorgestellt. Zwar ist das jetzt sehr persönlich bezogen, aber ich wollte es erwähnen.

Das große Geheimnis um das sich Katherines Vergangenheit dreht – warum sie Katherine und nicht mehr Katie ist, warum sie jetzt Patterson heißt, warum sie Angst hat Alkohol zu trinken, warum sie niemanden so wirklich an sich ranlässt und einige Dinge mehr – ist wirklich schockierend und als ich dieses Kapitel las, musste ich tatsächlich weinen.

Das Ende…zwar wird vorher schon einmal darauf hingewiesen, aber genau weiß man es erst, ab einem bestimmten Zeitpunkt und ab da habe ich hoffnungslos gehofft, dass es anders kommt und dass ich mich irre.
Ja, aber man macht eben das Beste aus jeder noch so beschissenen Situation, nicht?

Egal, ich schweife wieder ab. Mein Fazit: Ich würde „Die Wahrheit über Alice“ jederzeit weiter empfehlen, allerdings vielleicht niemandem mit noch schwächeren Nerven als ich sie habe, denn es liegt mir irgendwie schwer im Magen. (Das hört sich an, als hätte ich es verspeist. :d) Ein wunderbares, spannendes, mitreißendes Buch, das ich auch jederzeit wieder lesen würde. Nur nicht morgen, das ist zu früh. ^^

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